Primäre auditorische Kortexfunktionen

Der auditorische Kortex ist in drei separate Teile unterteilt: den primären, den sekundären und den tertiären Hörkortex. Der primäre auditorische Kortex, der sich zwischen den beiden anderen befindet, besteht hauptsächlich aus zwei Bereichen, den Brodmann-Arealen 41 und 42. Er befindet sich im Temporallappen, direkt über den Ohren. Die Funktion des primären auditorischen Kortex besteht darin, Klang zu verarbeiten. Es verarbeitet Informationen wie Tonhöhe, Lautstärke und den Ort eines Klangs und ist entscheidend für das Verständnis der Sprache.

Topographische Organisation

Die Neuronen im primären auditorischen Kortex sind tonotopisch organisiert, was bedeutet, dass die Neuronen im auditorischen Kortex am besten auf spezifische Frequenzen reagieren. An einem Ende des auditorischen Kortex reagieren Neuronen am besten auf niedrige Frequenzen und am anderen Ende reagieren sie auf hohe Frequenzen. Daher kann eine Läsion in einem bestimmten Bereich des primären Hörkortex einen gewissen Frequenzwahrnehmungsverlust verursachen. Der primäre Hörbereich ist hauptsächlich dafür zuständig, solche einfachen Elemente in Lauten wie Tonhöhe zu verarbeiten. Der sekundäre auditorische Kortex hingegen verarbeitet komplexere Klangeigenschaften wie rhythmische Muster.

Wernicke's Gebiet

Dr. Wernicke, ein renommierter deutscher Neurologe und Psychiater, bemerkte, dass eine Läsion auf der linken Hemisphäre dazu führte, dass sein Patient seine Fähigkeit, Sprache zu verstehen, verlor. Dieser Bereich wurde später für den Arzt benannt, und es wurde festgestellt, dass Rechtshänder typischerweise Wernicke-Bereich oder einen Sprachverstehensbereich in ihrem linken primären Hörkortex haben. Dieser Bereich verarbeitet neben der Sprachverarbeitung auch die geschriebene Sprache. Derselbe Bereich auf der rechten Seite ist typischerweise am Verstehen des Tonfalls beteiligt.

Schädigung des primären auditorischen Cortex

Wenn der gesamte primäre Hörbereich beschädigt ist, wird eine Person nicht wissen, was er hört. Dennoch bleibt die Fähigkeit reflexiv auf Geräusche zu reagieren. Es bestehen ausgedehnte Verbindungen von beiden Ohren zu den linken und rechten primären Hörkortexen. Deshalb ist eine Person, die nur eine Läsion auf einer Seite des auditorischen Kortex hatte, in der Lage, Tonfrequenzen ziemlich gut zu unterscheiden. Eine dramatische Störung seiner Fähigkeit, Geräusche zu lokalisieren, kann jedoch nach einem solchen Unfall beobachtet werden. Dies liegt daran, dass jeder primäre auditorische Kortex hauptsächlich für die Lokalisierung von Klängen auf der gegenüberliegenden Seite verantwortlich ist.

Primäre auditorische Cortex-Entwicklung

Das auditorische System entwickelt sich im Vergleich zum visuellen System überraschend früh. Die Entwicklung solch komplexer Funktionen wie der Lokalisierung von Schall kann jedoch mehrere Jahre dauern, wie Drs. L. A. Werner und E. W. Ruber in ihrem Buch "Developmental Psychoacoustics" (Entwicklungspsychoakustik). Typischerweise fällt es Säuglingen schwerer, zwischen hochfrequenten Tönen als niederfrequenten Tönen zu unterscheiden. Während die Schwellenwerte anfangs bei niedrigen Frequenzen am größten sind, verbessert sich die Hochfrequenzempfindlichkeit jedoch schneller.

Andere Bereiche der Tonverarbeitung

Neben dem primären auditorischen Kortex findet die Klangverarbeitung auch in anderen Bereichen des Kortex statt, wie dem Frontal- und dem Parietallappen. Der Parietallappen zum Beispiel spielt eine Rolle beim Spracherwerb. Darüber hinaus demonstrierte Martha W. Burton, Ph.D., in einer Studie, die in "Cognitive Science" veröffentlicht wurde, dass der Frontallappen bei Sprachdiskriminierungsaufgaben aktiviert wird.

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